Speziellsprechstunde Abklärungskolposkopie / Dysplasiesprechstunde
Seit dem neuen Screeningprogramm zur Prävention des Gebärmutterhalskrebs, erhält jede Frau ab dem 36. Lebensjahr zusätzlich zum bisherigen Zellabstrich, sogenanntem PAP-Abstrich, einen Test auf HPV. Eine Besiedelung mit diesem Virus kommt häufig vor und ist für sich genommen zunächst kein Grund zur Beunruhigung. Sollte jedoch der Zellabstrich auffällig sein, oder der HP-Virus länger als 12 Monate nachweisbar sein, so muss der Patientin eine Zusatzuntersuchung empfohlen werden. Dieser Sachverhalt führt häufig zu Unsicherheiten und Ängsten. Es stellt sich die Frage: Was ist eine Abklärungskolposkopie bzw. eine Dysplasiesprechstunde?
Da ich in meiner Praxis dieses Spezialsprechstunde anbiete, möchte ich Ihnen an dieser Stelle einige Informationen darstellen, um Ihnen vorab ein wenig die Aufregung zu nehmen.
Die Dysplasiesprechstunde ist eine Spezialsprechstunde für Frauen mit Gewebeveränderungen des äußeren/inneren Genitale (Befunde an Gebärmutterhals, Scheide und Scheideneingang) sowie zur Abklärung chronischer Infektionen und Hautveränderungen des Genitale.
Die Frauenärztin oder der Frauenarzt, der diese durchführt, hat sich durch mehrere Fortbildungen, praktische Erfahrungen und eine Diplomprüfung qualifiziert, Krebsvorstufen des weiblichen Genitale sicher zu erkennen und eine entsprechende Behandlung einzuleiten. Zur Sicherung der Krebsvorstufen des weiblichen Genitale führt der behandelnde Arzt/die behandelnde Ärztin eine Abklärungskolposkopie durch.
Eine Kolposkopie ist die Betrachtung der weiblichen Genitalien (der Vulva, der Vagina und des Gebärmutterhalses) mit einem hochauflösenden Kolposkop (sog. Aufsichtmikroskopie). Während der Untersuchung trägt die Frauenärztin oder der Frauenarzt eine hochverdünnte Essiglösung auf den Muttermund auf und kann damit anhand verschiedener Zeichen eine schwere Krebsvorstufe mit hoher Sicherheit erkennen. Dieser Untersuchungsschritt kann bei manchen Patientinnen zu einem leichten Brennen führen, welches binnen Minuten wieder verschwindet.
Ergibt sich der Verdacht auf eine höhergradige Zellveränderung, entnimmt man eine Probe aus dem auffälligen Bereich. Diese Probe ist wenige Millimeter groß und kann genauestens untersucht werden. Normalerweise verspüren Sie hierbei nur ein kleines Zwicken. Kleinere Nachblutungen sind möglich, limitieren sich aber innerhalb von Stunden.
Wurde nun eine mittelschwere oder schwere Zellveränderung diagnostiziert, erarbeitet Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt mit den Spezialisten in der Dysplasiesprechstunde für Sie und mit Ihnen einen auf Ihre spezielle Situation angepassten Behandlungsplan. Wichtige Faktoren sind hierbei Ihr Alter oder auch Ihre Familienplanung. Schwere Zellveränderungen, sog. Dysplasien 3. Grades (CIN III) sollten operativ saniert werden. Das hierfür gängigste OP-Verfahren ist die Konisation mit einer elektrischen Schlinge. Dazu erfolgt eine separate ausführliche Aufklärung durch den Operateur. Dieser Eingriff ist ein ambulanter Eingriff und kann durch mich in meiner Praxis durchgeführt werden.